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Zurück zur Übersicht 18. Februar 2026

Aschermittwoch - Beginn der Fastenzeit

Wir feiern die Gottesdienste zu Aschermittwoch am Mittwoch, 18. Februar um 17.45 Uhr in Schaanwald und um 19.00 Uhr in Mauren

Aschermittwoch ist ein Tag, der uns aus dem Lärm herausruft.  Aschermittwoch ist aber  nicht der „Gegenspieler“ der Freude, sondern ihr Fundament. Denn echte Freude hält nur, wenn sie Wurzeln hat oder wenn sie verankert ist.

1. Asche – Wahrheit ohne Drama

Wenn uns die Asche auf die Stirn gezeichnet wird, hören wir Worte: „Bedenke Mensch, dass du Staub bis und zum Staub zurückkehren wirst“. Das ist keine Drohung, sondern eine befreiende Wahrheit. Denn Asche sagt: Ich bin nicht unendlich. Ich kann nicht alles kontrollieren. Ich bin verletzlich. Und gerade darum ist mein Leben kostbar. Asche nimmt uns die Illusion, wir müssten immer stark, perfekt,  „fertig“ sein. Sie erinnert uns: Wir sind Menschen und Gott liebt Menschen und  nicht Helden.

2.  Fastenzeit – nicht „weniger Leben“, sondern „mehr Liebe“

Viele denken bei Fasten zuerst an Verzicht: weniger Essen, weniger Medien. Das kann hilfreich sein – aber nur, wenn es zu etwas Grösserem führt. Die Fastenzeit ist nicht Selbstoptimierung, sondern  ein Weg zurück zum Wesentlichen:  Weniger, was mich bindet zum  mehr, was mich trägt, weniger Lärm zum  mehr Hören, weniger Konsum zum  mehr Dankbarkeit, -  Weniger Ich – mehr Du. Darum heisst das  Thema – „ Verankert in Liebe“.

3. „Verankert“ – was heisst das?

Ein Anker ist nicht dazu da, ein Schiff festzuhalten, damit es nie mehr fährt. Ein Anker ist dazu da, dass ein Schiff nicht abtreibt, wenn Sturm kommt. So ist es auch im Leben: Wir treiben ab, wenn Angst regiert. Wir treiben ab, wenn wir nur funktionieren. Wir treiben ab, wenn Bitterkeit wächst. Wir treiben ab, wenn wir nur um uns selbst kreisen. Die Fastenzeit fragt: Woran ist dein Herz festgemacht? Was gibt dir Halt, wenn es unruhig wird? Der christliche Anker ist nicht Leistung, nicht Anerkennung, nicht Besitz. Der Anker ist Gottes Liebe: treu, geduldig, barmherzig.

4. Liebe wird konkret: Werke der Barmherzigkeit

„Verankert in Liebe“ bleibt nicht im Gefühl stehen. Liebe wird sichtbar. Darum gehören zur Fastenzeit klassisch drei Wege: Gebet, Fasten, Almosen – oder anders gesagt:

Gebet: Liebe zu Gott – Beziehung pflegen, Herz ausrichten.

Fasten: Liebe zu mir selbst – frei werden von dem, was mich beherrscht.

Teilen/Almosen: Liebe zum Nächsten – konkret helfen, Lasten mittragen.

Und genau hier kommen die Werke der Barmherzigkeit ins Spiel: den Hungrigen Brot geben, den Durstigen Wasser, den Kranken Nähe, den Trauernden Trost, den Einsamen Zeit, den Unwissenden Orientierung, den Schuldigen Vergebung. Aschermittwoch sagt uns: Das Leben ist zerbrechlich. Das Evangelium sagt uns: Du bist gehalten. Und die Fastenzeit lädt uns ein: Verankere dich neu – nicht im Stress, nicht im Perfektionismus, nicht im „Mehr“, sondern in der Liebe Gottes. Denn wer in dieser Liebe verankert ist, kann anders leben: freier, wärmer, barmherziger. So gehen wir durch diese Wochen – Schritt für Schritt – auf Ostern zu: vom Staub ins Leben, von der Unruhe in den Frieden, von der Angst in die Liebe.