Allerheiligen und Allerseelen laden uns ein, innezuhalten und uns an die Menschen zu erinnern, die unser Leben geprägt haben. Im Herzen dürfen wir zu unseren Verstorbenen ebenso wie zu den Menschen, die heute mit uns leben, sagen: „Du bist ein Segen!“
An Allerheiligen feiern wir die Gemeinschaft der Heiligen. Lebende und Verstorbene sind in Gottes Liebe miteinander verbunden und gehören zur Gemeinschaft der Gesegneten. An Allerseelen denken wir besonders an unsere Verstorbenen. Wir erinnern uns dankbar daran, was sie uns geschenkt haben, und daran, wie sie durch ihre Liebe, ihre Güte und ihre Nähe zum Segen für unser Leben geworden sind.
Gottesdienste
Sonntag, 1. November – Allerheiligen
08.30 Uhr: Gottesdienst in Schaanwald
10.00 Uhr: Gottesdienst in Mauren
13.30 Uhr: Gedächtnis der Verstorbenen in der Pfarrkirche Mauren, besonders für alle, die seit dem letzten Allerheiligen verstorben sind. Mitgestaltung durch den Männergesangverein Mauren. Anschliessend Gräbersegnung und Gräberbesuch auf dem Friedhof.
Montag, 2. November – Allerseelen
09.00 Uhr: Gottesdienst in Mauren, mitgestaltet von den Primarschulkindern aus Mauren. Anschliessend werden die Gräber einzeln gesegnet.
Mitten im Tod vom Leben umfangen
Nirgendwo wird uns die Botschaft vom ewigen Leben so eindrücklich vor Augen geführt wie auf unserem Friedhof. In der Mitte unserer Gemeinde steht die Pfarrkirche. In ihrer Geborgenheit liegen die Gräber ruhig wie Kinder in den Armen ihrer Mutter. Wenn wir auf dem Weg zur Kirche an den Gräbern unserer Verwandten und Freunde vorbeigehen, erinnern wir uns an sie und bereiten uns auf die Feier der heiligen Messe vor.
Im Credo beten wir: «Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.» In der Eucharistie feiern wir die Gemeinschaft, die Gott uns schenkt. Sie reicht über das Sichtbare hinaus, überschreitet die Grenze des Todes und verbindet uns Menschen mit Gott. Der Friedhof rund um unsere Kirche macht diese Verbundenheit der Lebenden und der Verstorbenen auf besondere Weise sichtbar.
In einem bekannten Kirchenlied heisst es: «Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen.» Unser Friedhof lässt uns zugleich die andere Seite dieser Hoffnung erfahren: Mitten im Tod sind wir vom Leben umfangen.
So lädt uns der Friedhof ein, unserer Trauer Raum zu geben und zugleich auf Gottes Verheissung zu vertrauen. Der Schriftsteller Václav Havel hat Hoffnung einmal so beschrieben: «Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.»
Wir bleiben in unserem Leben an Gott gebunden und vertrauen darauf, dass er uns auch im Tod in seine Arme schliesst. In dieser Hoffnung erinnern wir uns an unsere Verstorbenen und danken für alles, was sie uns bedeutet haben.
«Du bist ein Segen!» Dieser Satz verbindet uns mit den Menschen, die uns vorausgegangen sind, und lädt uns ein, auch den Lebenden zu zeigen, wie wertvoll sie für uns sind. Denn wer Liebe empfangen hat, kann Liebe weitergeben. Wer selbst Segen erfahren durfte, kann für andere zum Segen werden.
Möge die Feier von Allerheiligen und Allerseelen uns darin bestärken, dankbar zurückzublicken, hoffnungsvoll nach vorne zu schauen und einander von Herzen zu sagen: Du bist ein Segen für mein Leben!